Während das durchschnittliche Englischniveau in Spanien in internationalen Rankings Anzeichen einer Stagnation zeigt, hat sich die Region Kantabrien vom nationalen Trend abgesetzt. Laut dem aktuellen EF EPI-Bericht 2025 liegt die Region als sechste autonome Gemeinschaft mit dem besten Englischniveau und festigt damit einen Aufwärtstrend, der sie deutlich über den Landesdurchschnitt stellt.
Die „Oase“ Kantabriens auf einer ungleichen Karte
Der diesjährige Bericht zeigt, dass Spanien weltweit auf Platz 36 mit einem „moderaten“ Niveau liegt, während Kantabrien seine Positionen verbessern konnte und einen Wert von 550 Punkten erreicht hat. Dieser Wert übertrifft nicht nur den nationalen Durchschnitt von 540 Punkten, sondern platziert die Kantabrier auch in einer Kompetenzklasse, die mit historisch führenden Regionen wie Madrid oder dem Baskenland konkurriert.
„Kantabrien hat eine bemerkenswerte Konstanz gezeigt und einen Aufstieg geschafft, der die Region in die ‚Top 6‘ bringt und dabei bevölkerungsreichere und ressourcenstärkere Regionen übertrifft“, betonen Analysten von Education First.
Die Erfolgszahlen
Um die Bedeutung dieser Daten zu verstehen, ist es notwendig, die Rangliste von 2025 genauer zu betrachten, in der Kantabrien mit der sprachlichen Spitze der Halbinsel mithält.

Die generationalen und geschlechtsspezifischen Unterschiede
Die Studie analysiert nicht nur die geografischen Aspekte, sondern auch, wer diese Ergebnisse vorantreibt. In Kantabrien, wie im Rest Spaniens, lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten:
Die Altersgruppe der 26–30-Jährigen: Diese Gruppe erzielt die besten Ergebnisse, angetrieben durch den Bedarf an Wettbewerbsfähigkeit in einem globalisierten Arbeitsmarkt.
Postpandemische Resilienz: Im Gegensatz zu den 18- bis 25-Jährigen, die noch darum kämpfen, das Niveau vor 2020 wieder zu erreichen, hat die berufliche Gruppe in Kantabrien weiterhin in Weiterbildung investiert.
Spezifische Fähigkeiten: Kantabrien sticht besonders beim Leseverständnis (Reading) hervor, wo die regionale Punktzahl bei etwa 558 Punkten liegt, während die schriftliche Ausdrucksfähigkeit weiterhin die größte Schwäche mit 506 Punkten darstellt.
Warum Kantabrien?
Experten führen die Integration von zweisprachigen Bildungsprogrammen im öffentlichen Schulsystem und die zunehmende Internationalisierung des Dienstleistungssektors in der Region als Schlüsselfaktoren an. Mit einer Punktzahl, die Kantabrien – wäre es ein unabhängiges Land – unter die 25 besten Länder der Welt bringen würde (noch vor Ländern wie der Slowakei), zeigt die autonome Gemeinschaft, dass Größe kein Hindernis für sprachliche Exzellenz ist.
Trotzdem bleibt die Herausforderung bestehen. Obwohl Kantabrien erfolgreich ist, warnt der Bericht, dass Spanien im europäischen Vergleich weiterhin hinter Ländern wie den Niederlanden (624 Punkte) oder Österreich (616 Punkte) zurückliegt. Kantabrien weist den Weg, doch der Rest des Landes hat im Umgang mit der Sprache Shakespeares noch Nachholbedarf.