Sprachen zu lernen ist keine Option mehr, sondern eine globale Notwendigkeit
Die Fähigkeit, sich in mehreren Sprachen zu verständigen, ist zu einer der wertvollsten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts geworden. In einer immer stärker vernetzten, multikulturellen und mobilen Welt eröffnet die Beherrschung verschiedener Sprachen nicht nur berufliche Chancen, sondern verbessert auch das Lernen, fördert die Inklusion und trägt dazu bei, den kulturellen Reichtum der Gesellschaften zu bewahren.
Diese Realität wurde kürzlich von der UNESCO in ihrem Bericht "Sprachen zählen: Globale Leitlinien zur mehrsprachigen Bildung" hervorgehoben, der anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache veröffentlicht wurde. Das Dokument verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, Mehrsprachigkeit in die Bildungssysteme zu integrieren, um sicherzustellen, dass alle Kinder in einer Sprache lernen können, die sie verstehen.
Eine Herausforderung, die Millionen von Schülern betrifft
Laut den von der UNESCO erhobenen Daten haben rund 40 % der Weltbevölkerung keinen Zugang zu einer Bildung, die in einer Sprache vermittelt wird, die sie fließend beherrschen. In einigen Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen liegt dieser Anteil sogar bei 90 %.
Insgesamt sind mehr als 250 Millionen Schüler mit Lernschwierigkeiten konfrontiert, die aus sprachlichen Barrieren resultieren.
Die Situation ist besonders relevant in einem Kontext, der von einem Anstieg internationaler Migration geprägt ist. Immer häufiger gibt es Klassenräume, in denen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Muttersprachen zusammenkommen, was neue Herausforderungen für die Bildungssysteme, aber auch neue Chancen zur Förderung einer inklusiveren Bildung mit sich bringt.
Warum ist mehrsprachige Bildung so wichtig?
Die UNESCO setzt sich seit Jahrzehnten für eine auf der Muttersprache basierende Bildung als Ausgangspunkt für das Lernen ein. Studien zeigen, dass Schülerinnen und Schüler, die ihre Ausbildung in einer Sprache beginnen, die sie kennen, grundlegende Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Verständnis leichter entwickeln.
Außerdem erleichtert das anfängliche Lernen in der Muttersprache später den Erwerb anderer Sprachen. Laut dem Bericht führt die Kombination aus einer soliden Unterrichtung in der Herkunftssprache und der schrittweisen Einführung einer zweiten Sprache zu besseren akademischen Ergebnissen in so unterschiedlichen Bereichen wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Leseverständnis.
Expertinnen und Experten empfehlen, den Unterricht in der Muttersprache während der ersten sechs bis acht Schuljahre beizubehalten und eine zweite Sprache zunächst als Fach und später als Unterrichtssprache einzuführen.
Mehr Sprachen, bessere Ergebnisse
Die Vorteile der Mehrsprachigkeit sind nicht nur bildungsbezogen. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, eine größere kognitive Flexibilität, bessere Fähigkeiten zur Problemlösung und eine größere Anpassungsfähigkeit an neue Umgebungen entwickeln.
Außerdem fördert das Erlernen von Sprachen die kulturelle Empathie, erweitert das Weltverständnis und erleichtert die Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.
In einer Stadt wie Santander, die offen ist für Tourismus, internationale Geschäfte und studentische Mobilität, gewinnen diese Fähigkeiten sowohl im akademischen als auch im beruflichen Bereich immer mehr an Bedeutung.
Afrika: ein Beispiel dafür, wie Zweisprachigkeit das Lernen verbessert
Der UNESCO-Bericht enthält mehrere Erfolgsbeispiele aus Afrika, die die positiven Auswirkungen zweisprachiger Bildung belegen.
Kinder, die in einer vertrauten Sprache unterrichtet werden, haben eine um 30 % höhere Wahrscheinlichkeit, die Texte am Ende der Grundschulzeit richtig zu verstehen, als jene, die in einer ihnen unbekannten Sprache lernen.
Eines der herausragendsten Beispiele ist Mosambik, wo die Einführung zweisprachiger Bildungsprogramme in der Grundschule die Lernleistungen um 15 % steigern konnte.
Die Erfahrung zeigt: Wenn Schülerinnen und Schüler sich in einer Sprache ausdrücken können, die sie beherrschen, beteiligen sie sich aktiver am Unterricht, gewinnen an Selbstvertrauen und erwerben Wissen schneller.
Sprachliche Vielfalt ist auch kulturelles Erbe
Derzeit gibt es weltweit rund 7.000 gesprochene und Gebärdensprachen, aber nur 351 werden als Unterrichtssprachen verwendet. Außerdem verschwindet laut dem UNESCO-Weltatlas der Sprachen alle zwei Wochen eine Sprache.
Der Verlust einer Sprache bedeutet auch den Verlust von Wissen, Traditionen und einzigartigen Sichtweisen auf die Umwelt.
Deshalb trägt mehrsprachige Bildung nicht nur zum akademischen Erfolg bei, sondern hilft auch, die kulturelle Vielfalt und das sprachliche Erbe der Gemeinschaften zu bewahren.
Sprachen lernen, um eine globale Zukunft zu gestalten
Die Schlussfolgerungen der UNESCO untermauern eine im Bildungsbereich immer präsenter werdende Idee: Sprachen zu lernen ist eine Investition in die Zukunft.
Die Beherrschung mehrerer Sprachen erleichtert den Zugang zu akademischen und beruflichen Chancen, verbessert die interkulturelle Kommunikation und bereitet Menschen darauf vor, sich erfolgreich in einer globalisierten Gesellschaft zurechtzufinden.
Bei Unilang Idiomas glauben wir, dass jede neue Sprache eine Tür zur Welt öffnet. Deshalb arbeiten wir daran, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene sprachliche Kompetenzen entwickeln, die es ihnen ermöglichen, persönlich und beruflich zu wachsen, selbstbewusst zu kommunizieren und alle Chancen zu nutzen, die ein internationales Umfeld bietet.
Denn Sprachen sind wichtig. Und sie zu lernen ist eines der besten Werkzeuge, um die Welt zu verstehen und Teil von ihr zu sein.